Motorrad-Sicherheitstraining in Most
vom 09.-10.05.2005
Sonntag 08.05.2005
Wir (Martin und ich) machten uns gegen 13:00 Uhr auf - Richtung Most - Anreise im Motodrom sollte zwischen 16 und 18 Uhr sein. Ich zog die Regenkombi schon bei der Abfahrt drüber - vollkommen richtig, wie sich später heraus stellte. In Pirna machte der Himmel alle Schleusen auf - war ja klar ...:(( Wir fuhren über Bahratal, sind die Strassen zwar ab der Grenze in sehr schlechtem Zustand, aber wir haben wenigstens keinen Schnee gesehen - wie andere Biker, die über Zinnwald gefahren waren.

Und siehe da - in Most auf der Rennstrecke war alles trocken und der Himmel zeigte sogar blaue Stellen.


Bilder können durch anklicken vergrößert werden.
Da wir schon 15:15 Uhr angekommen sind, hatten wir Zeit uns umzusehen und ein paar Freizeitracern zu zusehen.
Anschließend gingen wir in das Restaurant an der Stecke, wo die DEKRA-Organisatoren warteten und uns die weiteren Unterlagen, Verhaltensregeln und Zeitpläne gaben. Hier sollten wir uns auch für eine Gruppe entscheiden:
Es gab vier Gruppen zur Auswahl:
1. Gruppe
supersportlich
2.Gruppe
sportlich
3.Gruppe
zügig
4.Gruppe
Wenigfahrer
(Knieschleifer
und andere
"Verrückte" ;-)
haben wir uns eingetragen

Vielfahrer, Tourenfahrer

Wiedereinsteiger, Anfänger ...


War im Nachhinein auch die richtige Entscheidung, auch wenn es für uns schon hart an der Grenze zur Raserei war...
Der weitere Zeitplan für den Sonntag sah nur noch vor die Bikes in den Boxen zu verstauen, 19:00 Uhr karrte uns ein Bus zum Hotel MUROM in Most, 20:00 Uhr Abendbrot und anschließend Begrüßung durch die Verantwortlichen, Vorstellung des Teams usw. Es wurde anschließend auch ein Film über das letzte Sicherheitstraining gezeigt und man konnte ne Versicherung abschließen.
Kraftrad bis 37 kw
40,-€
bis 59 kw
65,-€
bis 74 kw
110,-€
über 74 kw
190,-€
Das Hotel hatte zwar ne schöne Aussicht, war aber sonst nicht gerade toll. Naja - wir waren ja nur zum schlafen und essen dort...
Montag 7:00 Uhr gabs Frühstück und um 8:00 Uhr ging es wieder mit'm Bus zurück ins Motodrom.
08:45 Uhr klassenweise Aufstellung in der Boxengasse, Steckeneinweisung und ein Foto wurde geschossen (wer weiß ob man sich so noch mal wiedersieht ;-))
Langsam füllte sich die Boxengasse. Waren auch paar Exoten dabei, wie diese Benelli oder Bikes ohne Zulassung.
Nach ein paar Runden hinterm Instruktor um die Strecke kennen zulernen, folgte dann die erste Übung - Ausritt ins Kiesbett. Wir sollten gewappnet sein, wenn es später mal unbeabsichtigt passiert. Hat mir bei einem späteren ungeplanten Ausritt auch geholfen.
Der Trick dabei ist, auf die Rasten stellen, auskuppeln, den Lenker nur locker führen und das Moped sich seinen Weg suchen lassen. Leider ist bei der Übung einer mit seiner Ducati am Ende doch noch umgefallen - Verkleidung kaputt, Blinker abgebrochen ...
Danach war wieder fröhliches heizen angesagt, immer letzte Rille hinter Christian, unserem Instruktor her. Er fuhr ne aktuelle R6 in gelb/schwarz (Fotos) und nen mächtig heißen Reifen. Die Reihenfolge hinter ihm wechselte immer mal, er zeigte uns die Ideallinie und danach fuhr man selbst vorneweg und er gab anschließend Tips. Von 12:00-13:00 Uhr gab es Mittag im Rennsteckenrestaurant, man hatte Zeit zum tanken usw. Anschließend machten wir Bremsübungen, aus 50,70 und 100 km/h. Ab 15:30 Uhr war dann "Gleichmäßigkeitsfahrten in Klassen" angesagt. In 10 Sekunden Abstand ging es auf die Piste, entweder Gruppe 1&2 oder 3&4.
Hier gönnte ich mir und meiner Katze mal ne Pause - irgendwie war mir wohl von meinem eigenen Fahrstil schlecht geworden...
Als dann die Gruppen 3&4 draußen waren, kam die rote Flagge. Eine Kawasaki hatte Kühlwasser verloren und ne Honda CBR1100 XX war darauf ausgerutsch - hier das Ergebnis. Glück im Unglück, der Fahrer blieb unverletzt und war einer der wenigen, welche die Versicherung abgeschossen haben.
18:00 Uhr war dann Trainingsende, die Bikes kamen zurück in die Boxen, man hatte Zeit zum tanken. Ich kontrollierte die Reifen und hier wurde mir klar, das dieser wohl nie und nimmer die 7000km, wie sein Vorgänger, schaffen wird...
Hier ein Blick von der Terrasse des Stecken-Restaurants. Der Himmel drumherum sah ja öfter mal Sche**e aus, aber die Strecke blieb trocken. Die Temperaturen waren auch nicht gerade berauschend - waren ca 3-8 Grad auf der Steckenanzeige.
19:00 Uhr kam wieder der Bus.
Dienstag morgen wieder das gleiche Spiel, 7:00Uhr Frühstück, Zimmer räumen, 8:00 Uhr Bus, 9:00 Uhr Trainingsbeginn. Nach ein paar Runden fröhliches heizen kam die nächste Übung. Ausweichen durch "Lenkerschlagen". Ist wirklich erstaunlich - man schlägt/drückt den Lenker nach vorn und das Bike legt sich sofort schräg. Will ich nach rechts ausweichen
drücke ich den Lenker mit der rechten Hand nach vorn. Funktioniert auch bei hohem Tempo und Schräglage, wenn einem mal die Straße ausgeht. Einfach mal ausprobieren.
Das Training ging noch bis 12:00 Uhr - Mittag, 13:00 weiter bis 13:40, Treff in der Box zur Auswertung, Feedbackzettel usw. Danach hatten wir noch die Möglichkeit bis 17:00 Uhr wieder die Gleichmäßigkeitsfahrten in Gruppen durchzuführen. Als meine Tankkontrolle kam, Martins Tank auch am Ende war und die Tankstelle auf der Stecke nicht mehr offen war, beschlossen wir heim zu fahren.

Irgendwie tat mir auch die linke Hand weh und ich konnte kaum noch kuppeln. Wir sind immerhin ca 600km auf der Rennstrecke gefahren und das hat doch ganz schön geschlaucht. Meine Hand machte auf der Heimfahrt immer mehr Probleme, nur gut das man mit der Cat auch ohne Kupplung schalten kann (zumindest hoch)...
Hinterreifen
Hätte nie gedacht, das man Reifen so schnell vernichten kann.
Bischen deprimierend war auch, das die Jungs der 1.Gruppe uns dermaßen "versägen" konnten. Die fahren doch einfach aussenrum an dir vorbei und du denkst, du fährst schon "letzte Rille"...
Vorderreifen
Fazit: Tja - ob ich mir und meinem Bike das nochmal "antue" weiß ich noch nicht. Man hat sich manchmal schon gefragt "was tust du hier eigentlich" ?!! Mit fast 200 in voller Schräglage (was man sich so zutraut) um die Kurven heizen - eigentlich Schwachsinn - wenn es nur nicht so nen Spaß machen würde...
Es hat aber auch was gebracht - in Kurven bin ich jetzt viel sicherer und weiß was die Maschine mitmacht. Die Ausweichübungen durch Lenkerdrücken waren auch sehr hilfreich - ist so viel einfacher das Bike umzulegen wenns mal etwas enger wird, selbst in schnellen Kurven....
Der ganze Ablauf war super organisiert und die Leute waren alle gut drauf. Gekostet hat der ganze Spaß übrigens "all inclusive" 369,-€ (zzgl Sprit und Reifen). Das Training in Most findet zweimal im Jahr statt - wer selbst mal daran teilnehmen möchte wendet sich an Willi Stichling Tel: 0345/6914-140 Fax: 0345/6914-188 oder Mail:Willi.Stichling@dekra.com

Hier noch ein paar Links zum Thema:
Internetseite Autodrom Most

Eine Runde in Most mit dem Auto als avi-Video ca 5MB *
Internetseite über ein Training in Most

Eine Runde in Most mit dem Motorrad als avi-Video ca. 5MB*
* die Videos bitte mit "rechte Maustaste -> Ziel speichern unter..." herunterladen